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Michael Michalsky: „Ich leide. Und dann geht es weiter“

Modedesigner Michael Michalsky, 45, studierte am London College of Fashion. Danach arbeitete er als Chef-Designer bei Levis, bevor er Creative Director bei Adidas wurde. Für seine Arbeit bei Adidas erhielt er den Red-Dot-Award. 2006 gründete er sein eigenes Label in Berlin.

Michael Michalsky: "Arbeit empfinde ich nicht als Belastung" (Bild: Michalsky/Nela König)
Michael Michalsky: "Arbeit empfinde ich nicht als Belastung" (Bild: Michalsky/Nela König)

Feuerwehrmann, Lokomotivführer oder Arzt, das sind die Traumjobs vieler Kinder: Was wollten Sie in jungen Jahren einmal werden?
Ich wollte schon immer Modedesigner werden. Eine Story über Karl Lagerfeld hatte mich komplett begeistert und dann nicht mehr losgelassen. Zum Glück.

Mit welcher Entscheidung haben Sie am meisten für Ihre Karriere getan?
Da habe ich zwei: Einmal die Entscheidung, von Levis zu Adidas zu wechseln, wo ich dann später Worldwide Creative Director wurde. Und einige Jahre später, meinen Job bei Adidas zu kündigen und ein eigenes Fashionlabel zu gründen.

Haben Sie sich schon einmal gegen Ihre Karriere entschieden?
Eine Entscheidung gegen irgendetwas ist ja auch immer eine Entscheidung für etwas anderes. Insofern war die Entscheidung für die Selbstständigkeit
eine Entscheidung gegen die Konzernwelt. Die Entscheidung war richtig, denn sie eröffnete mir einen komplett neuen Weg.

Was bedeutet beruflicher Erfolg für Sie?
Zufriedenheit, Erfüllung in den Aufgaben, Inspiration und Forderung. Auch Geld,
natürlich. Zusammenarbeit mit schlauen Menschen. Der Titel auf der Visitenkarte ist mir nicht so wichtig. Wichtig hingegen ist, wenn meine Ideen Realität werden.

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?
Ich leide. Und dann geht es weiter.

Welche Charaktereigenschaften haben Ihnen auf dem Weg nach oben geholfen?
Unbändige Neugier. Keine Furcht vor unbekannten Situationen. Mut und Überzeugung. Die Fähigkeit zu Teamwork.

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, um Karriere zu machen?
Fleiß und Glück, würde ich sagen. Man muss auch die richtigen Menschen treffen, die die eigenen Fähigkeiten erkennen und fördern. Ich habe meinen Werdegang nie wirklich geplant oder strategisch vorangetrieben. Das
funktioniert sicher nur zum Teil.

Wessen Karriere hat Sie am meisten beeindruckt?
Ich finde Menschen beeindruckend, die radikale Wechsel in ihren Lebensläufen haben. Das entspricht auch mir selbst. Und das bewundere ich, denn es gehören Mut und Kraft dazu, echte Sprünge im Leben zu tun. Zwanzig oder dreißig Jahre in einer Firma, das wäre nichts für mich.

Wann denken Sie überhaupt nicht an Ihre Arbeit?
Nie. Das liegt aber daran, dass ich Arbeit und Freizeit überhaupt nicht unterscheide. Arbeit empfinde ich nicht als Belastung. Meine Arbeit als Designer findet immer statt – in meinem Kopf.

Welches Zitat fällt Ihnen zum Thema Karriere ein?
„Haste was, biste was.“ Aber das stimmt natürlich nicht. Oder doch?

Wie lautet Ihr persönlicher Karriere-Tipp für junge Akademiker?
Bleiben Sie authentisch, dann klappt es auch mit der Karriere. Was auch immer das für Sie persönlich ist.

Datum: 04/12

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