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Business-Knigge: Gute Kinderstube gefragt

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Sollte er aber. Gemeint sind gute Umgangsformen, und die sind in der Berufswelt mindestens genauso gefragt, wie sie es im Privatleben sein sollten.

Das eindeutig falsche Styling für die Berufswelt!

Schon kleinere Fauxpas können im Umgang mit dem Gegenüber, etwa bei einem Bewerbungsgespräch, fatale Folgen haben und die Chance auf den Job zunichte machen. Denn: Vor allem in Branchen mit regem Kundenverkehr wird der potentielle Arbeitgeber niemanden einstellen, der sich wie die Axt im Walde benimmt. Dabei ist schon der erste Eindruck enorm wichtig. So sollten Sie mit der äußeren Erscheinung und der Begrüßung entsprechend punkten. Informieren Sie sich also bei der Wahl der Kleidung schon im Vorfeld über den Dresscode im Unternehmen.

Weniger ist mehr

Bei Bewerbungsgesprächen ist der Anzug für Herren bzw. das Kostüm für Frauen Pflicht. Bei der Begrüßung per Handschlag sollte man ebenfalls darauf achten, dem Gastgeber weder die Hand zu brechen, noch dem Gegenüber das Gefühl zu geben, er habe eine Gummihand geschüttelt. Übrigens gilt: Der Ranghöhere gibt dem Gegenüber die Hand. Im Gespräch selbst muss der Bewerber sich natürlich bestmöglich darstellen, dies sollte aber nicht dazu führen, zu prahlen oder Anekdoten von sich zu geben. Hier kann weniger manchmal auch mehr sein, denn ein groß zur Schau getragenes Ego kann auch als Arroganz ausgelegt werden. „Im Vorstellungsgespräch sollte der Bewerber wie auch der Personalsuchende gutes, respektvolles Verhalten erkennen lassen. Es ist elementare Grundlage auch für die spätere beiderseitig fruchtbare Zusammenarbeit. Da kann jegliches Fehlverhalten von großer Tragweite sein“, so Jochaim Graff. Er ist der Autor des Buches „Business Etikette in Deutschland“.

Keine flapsigen Floskeln

 Das „Sie“ ist anfangs Pflicht, kann jedoch, je nach Branche und Unternehmen zu einem „Du“ werden. Übrigens gilt es natürlich auch, den guten Ton auch im Schriftverkehr zu wahren, etwa bei der korrekten Nennung von Titeln oder Grußformeln. Flapsige Floskeln oder Redewendungen gehören weder in Briefe noch in E-Mails. Im täglichen Geschäftsleben sind ebenso Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen gefragt, da man zum Beispiel in Verhandlungen so den Gesprächspartner besser verstehen und auch von sich überzeugen kann. Gerade in Zeiten des globalen Handels werden gute Manieren, auch im Umgang mit anderen Kulturen immer wichtiger. Der Blick über den Tellerrand der eigenen kulturellen Gepflogenheiten ist somit unerlässlich. Graff betont: „Auch im Ausland sollte man erkennen lassen, dass man sich mit der Business-Etikette des Landes beschäftigt hat. Es wirkt nicht anbiedernd, sondern im Gegenteil zeigt man damit Interesse an Land und Leuten.“

Datum: 6/09
Autor: Tilman Böcker

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