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Interview mit Brigitte Ederer: „Hightech statt Schraubenschlüssel“

Von der Politik in die Wirtschaft: Brigitte Ederer war Staatsekretärin in der Regierung Österreichs. Die 55-Jährige ist seit einem Jahr Personalvorstand bei Siemens. Im Interview erklärt sie, wie die Wirtschaft dem Fachkräftemangel gegensteuern kann.

Brigitte Ederer: „Der Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitern steigt.“ (Bild: Siemens)
Brigitte Ederer: „Der Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitern steigt.“ (Bild: Siemens)

Frau Ederer, Sie waren Politikerin in Österreich, bevor Sie in die Wirtschaft wechselten. Wo konnten Sie mehr tun, um technische Berufe attraktiv zu machen?
Ich möchte da nicht gewichten, Politik und Wirtschaft können gleichermaßen einen Beitrag leisten. Die Politik schafft die Grundlagen, vor allem über eine solide finanzielle und personelle Ausstattung von Schulen und Hochschulen. Die Unternehmen müssen mithelfen, früh das Interesse an technischen Berufen zu wecken und zu erhalten. So verteilen wir Forscher-Kisten in Kindergärten, damit Kinder spielerisch Naturwissenschaft und Technik erleben können. Wir nutzen Veranstaltungen, um zu zeigen, wie spannend und abwechslungsreich technische Berufe sind. Zum Girls’ Day etwa öffnen wir an vielen Standorten die Türen.

In der Studie „Staufenbiel JobTrends Deutschland 2011“ sagen sieben von zehn Unternehmen für die nächsten fünf Jahre einen steigenden Bedarf nach Absolventen der MINT-Fächer voraus. Ist die Nachfrage nach Fachkräften wirklich so hoch, oder ist das Thema die nächste große Blase?
Die Nachfrage steigt, denn die demografische Entwicklung begrenzt das Angebot an Fachkräften immer stärker. Im ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres haben wir allein in Deutschland rund 6.300 Mitarbeiter neu eingestellt, fast so viele wie im kompletten Jahr zuvor. Etwa 2.600 davon waren neue Jobs. Deshalb setzen wir auch seit Jahren massiv auf eigene Ausbildung. Rund 80 Prozent unserer Ausbildungsplätze entfallen auf technische Berufe. Und jeder Dritte unserer Auszubildenden absolviert einen dualen Studiengang.

MINT steht für Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker. Wer wird besonders gesucht?
Besonders gefragt sind Bewerber mit einem Abschluss in Elektrotechnik und Maschinenbau. In Deutschland haben wir aktuell rund 3.800 offene Stellen. 80 Prozent davon entfallen auf Hochschulabsolventen und hiervon wiederum ein Großteil auf Ingenieurwissenschaften, Informatik und naturwissenschaftliche Fächer. Weiterlesen: Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel und Chancen für Absolventen (Teil 2 des Interviews mit Brigitte Ederer)

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MINT: Zahlen und Fakten

Einstiegsgehälter MINT

Naturwissenschaftler:

41.000 – 43.999 Euro (22 Prozent)

Ingenieure:

41.000 – 43.999 Euro (33 Prozent)

Informatiker:

38.000 – 40.999 Euro (27 Prozent)


Quelle:
Studie Staufenbiel JobTrends Deutschland 2011


Mathematiker:

35.100 – 47.600 Euro

Quelle: Personalmarkt Gehaltszahlen 02/2011

Bedarf


58.400
– so groß ist die Ingenieurlücke im Jahr 2011 (Stand: 02/11)

80.600 – offene Ingenieursstellen für Maschinenbau-, Fahrzeugbau und Elektroingenieure (Stand: 03/11)

Quelle: VDI

Bedarfsentwicklung

Abbrecherquote

28%
eines Studienanfängerjahrgangs brechen ihr Studium ab
20%
der Studenten verlassen die Universität ohne Abschluss


Hauptursachen
:

MIN-Fächern:
Leistungsprobleme und fehlende Motivation
T-Fächer:
berufliche Neuorientierung
Alle:
als unzureichend empfundene Studienbedingungen

Quelle:
Stifterverband für die deutsche Wirtschaft, 2008

Frauen und MINT

Nähere Informationen über den Frauenanteil der letzten Semester in MINT-Studiengängen entnehmen Sie der folgenden Grafik:

Weitere Informationen

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Komm, mach MINT.
MINT - Zukunft schaffen.
MINT role models
MINT-Stitfung Ruhr/Vest

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